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Seminartag in der Region Weser-Ems

Am Samstag, 2. April 2011, trafen sich 32 Frauen zum Thema "Tu Dir was Gutes, vergib!" Als Referentin für dieses schwierige, aber auch spannende Thema durften wir uns auf die Referentin unseres Frauenwerkes, Hanna-Ruth Eberhardt, freuen. Es war eine gute Gelegenheit, sie persönlich kennen zu lernen, und man spürt, dass Gott sie für diesen Dienst befähigt und sie viel Freude an ihrer Tätigkeit hat.

Hanna-Ruth Eberhardt machte deutlich, dass Vergebung nicht entschuldigen oder vergessen meint, sondern Versöhnung. In ihrem Referat wurde klar, dass Vergebung nicht selbstverständlich ist. Wir werden immer wieder schuldig. Vergebung ist dann eine heilsame Option, eine Alternative zu krankmachenden, unversöhnlichen Verhaltensweisen. Sie erinnerte dabei an die Frage von Petrus an Jesus, wie oft er vergeben müsse und an die Antwort von Jesus: "Immer und immer wieder".

Frauentag Leer

Es geht auch um Selbstvergebung; wir müssen unseren Stolz überwinden, Macht aufgeben und die Opferrolle verlassen. Im Alten Testament zählte noch das Gesetz der Rache. Mit Jesus Christus kam die Liebe in die Welt - es ist ein Geschenk an den Nächsten zum Annehmen. Es ist wichtig, nichts anzuhäufen, und wenn es uns gelingt zu vergeben, kehren wir nichts unter "den Teppich", sondern stehen zu unserer Schuld; wir brauchen Zeit, um die richtige Entscheidung zu finden.

Zur Verdeutlichung der Herzensangelegenheit "Vergebung" erinnerte Hanna-Ruth Eberhardt an Victor Frankl, der seine Familie im KZ verlor und selbst überlebte. Er sagte: "Jeder Mensch hat zwei Möglichkeiten, sich zu entscheiden, entweder Opfer zu bleiben und dabei in die Abwärtsspirale zu gelangen oder diese Opferrolle zu verlassen, zu vergeben und Heilung zu finden." Die Opferrolle schafft nur scheinbar Vorteile: Bitterkeit, Bequemlichkeit, sich nicht verändern zu müssen, Schuldzuweisung und Verantwortung abgeben.

Zwischen dem Referat bekamen wir Gelegenheit, diese Worte in uns nachwirken zu lassen und über eigenes Vergeben nachzudenken.

Ein weiterer Schritt des Referats befasste sich mit dem wichtigen Punkt des sich Einfühlens: Das Handeln und die Lebensgeschichte des Anderen zu verstehen versuchen und seine Gefühle zu akzeptieren.

Selbstgerechtigkeit steht dem Vergeben im Weg! Es ist gut, einem erfahrenen Unrecht eigenes Verschulden gegenüberzustellen und sich zu fragen, was ich anderen schon angetan habe.

Ich kann meinen Ärger an Gott abgeben und ihn um Hilfe bitten. Negative Gefühle blockieren uns unnötig (Matthäus 6, 14). Wenn ihr dem anderen vergebt, was er euch angetan hat, dann wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben… Darum: Tu dir was Gutes, vergib!

Doris De Cruz

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