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Kolumne der Vorsitzenden 

Ein leerer Tisch

Evangelischer Kirchentag in Dresden. Kurz vor dem ökumenischen Frauengottesdienst komme ich mit der Frau neben mir ins Gespräch. Ich erfahre, dass sie aus dem Ruhrgebiet kommt, und auf meine Frage, ob es denn in ihrer Gemeinde auch eine Arbeit mit Frauen gibt, berichtet sie vom Weltgebetstag. Daher kennt sie auch Methodistinnen, mit denen sie gern zusammenarbeitet. Als ich noch nach ihrer Gemeinde frage, rückt sie nur zögerlich damit heraus und sagt ganz leise: „Eigentlich bin ich ja katholisch“.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ steht die Traurigkeit darüber, kein konfessionsübergreifendes, gemeinsames Abendmahl feiern zu können. Dies findet seinen Höhepunkt in der Einladung zu einem Wandelgang. Alle sind eingeladen zum Tisch des Herrn zu kommen, die Einsetzungsworte werden gesprochen und Reihe für Reihe, Hand in Hand wandeln Frauen und Männer hin zum Abendmahlstisch. Doch der Tisch bleibt leer, denn es wird kein Ersatzmahl gefeiert und in ruhiger Betroffenheit gehen alle wieder zu ihrem Platz zurück.

Meine neue Bekannte verabschiedet sich nach dem Gottesdienst: „Danke, dass wir gemeinsam gegangen sind“. So sehr ich exzellente Veranstaltungen schätze, dieses Erlebnis zeigt mir wieder einmal – die persönlichen Begegnungen berühren in besonderer Weise. Ich wünsche uns, dass wir immer wieder damit beschenkt werden.


Heike-Ruth Klaiber, Vorsitzende des Frauenwerks

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