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Entwurf für die Praxis 

Kleidung – Spiegel meiner Seele

Frauen und Kleider – das ist eine unendliche Geschichte. Diese ist verbunden mit der uralten Sehnsucht nach Schönheit und dem Spiel mit dem Schleier.

Raumdekoration:

Aus Tüchern in Regenbogenfarben wird eine Mitte gestaltet, mit Bildern von Frauen in unterschiedlicher Kleidung, eventuell Modezubehör (Gürtel, Tasche), einem Spiegel, Kerzen und Blumen. Außerdem können im Raum Stoffe und Tücher in verschiedenen Farben und Ma- terialien ausgelegt werden.

Einführung ins Thema:

Eigentlich, so sagt man, sind die Augen der Spiegel der Seele. In ihnen können wir sehen, wie es unserem Gegenüber geht. Das gleiche sagt man von der Haut – auch sie ist ein Spiegel der Seele. Was aber kann die Kleidung über un-seren Seelenzustand verraten? Ist es nicht eher so, dass wir mit unserer Kleidung verbergen können, wie es tatsächlich in uns aussieht?

Schon früh in der Geschichte der Menschen machten sich die Menschen Kleider aus Fellen. Sie verflochten Pflanzenfasern zu Gewebe und nutzten die Wolle der Tiere. Kleidung wärmt, schützt oder schmückt. Über Jahrtausende war Kleidung ein Symbol: Reich oder arm, purpurfarben oder von der Sonne gebleicht – man konnte den „Stand“ der Menschen an der Kleidung erkennen. Wir kennen Trauerkleidung, Festkleidung, Berufskleidung, Trachten. Trachten zum Beispiel zeigen eine Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe oder einem Orden.

Und da gibt es den Clown mit seinem schrillen Gewand. Nicht nur für Kinder ist es ein Spaß, sich zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Mit unserer Kleidung können wir auch provozieren, rebellieren und schockieren. Kleidung kann Absichten erkennen lassen. Stoffe und Kleidung schenken uns Wohlbehagen und sinnliche Freude. Sie zeigen unseren persönlichen Stil und können Statussymbol sein. Frauen und Kleider – das ist eine unendliche Geschichte.

Diese ist verbunden mit der uralten Sehnsucht nach Schönheit und dem Spiel mit dem Schleier. Und doch: es gibt auch Menschen, für die Kleidung einfach nur Mittel zum Zweck ist. Sie muss bequem sein, darf in keiner Weise einengen. Es gibt sie, die „grauen Mäuse“.

Andere wiederum haben Spaß an Mode, Farben, Vielfalt, Freude am Aussuchen und Ausprobieren. Sie sind heute so und morgen anders gekleidet. Wieder andere tragen ihre Kleider mit Würde und Anmut. Manche haben ihren Stil gefunden und weichen keinen Millimeter davon ab. Aber was hat das mit ihrem Seelenzustand zu tun?

Ideen,
sich auf unterschiedliche Weise dem Thema anzunähern:

1. Als erstes werden die Teilnehmerinnen gebeten, Worte zu suchen, in denen das Wort „Kleidung“ vorkommt.

2. Zur Weiterarbeit eignen sich folgende Vorschläge:

  • Stummes Gespräch: Die Frauen unterhalten sich schriftlich über ihre eigenen Gefühle und Zugänge zum Thema Kleidung.
  • Wandzeitung: Die Frauen schreiben auf jeweils einen großen Bogen Papier: Kleidung ist für mich ... Mein Seelenzustand lässt sich ablesen an ...

3. Beschäftigung mit den ausgelegten Tüchern und Stoffen Die Frauen wählen „ihren“ Stoff. Sie erzählen, warum sie gerade diesen Stoff ausgewählt haben, an was er sie erinnert, womit sie ihn in Verbindung bringen. Für welchen Gemütszustand stehen die verschiedenen Farben? Wie fühlen sich die Stoffe an, was lösen sie in den Frauen aus?

4. Gesprächsrunde anhand von Karten mit folgenden Zitaten, die ausgelegt werden (weitere Zitate siehe Seite):

  • Die Natur macht Frauen verschieden, die Mode macht sie gleich. (Christine von Schweden)
  • Frauen sollen sich in schicklicher Kleidung schmücken, mit Anstand und Zucht. (1. Tim. 2, 9)
  • Der Mensch sieht auf das Äußere, der Herr sieht auf das Herz. (1. Sam. 16, 7)
  • Am Aussehen erkennt man den Menschen, am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise. (Sirach 19, 29)
  • Es gibt auch Spiegel, in denen man erkennen kann, was einem fehlt. (Christian Friedrich Hebbel)
  • Das Gewissen ist der einzige Spiegel, der weder betrügt noch schmeichelt. (Christine von Schweden)
  • Der Leib ist das Werkzeug der Seele - die Seele aber das Werkzeug Gottes. (Plutarch)

Die Teilnehmerinnen tauschen sich über die Texte aus.

5. Modenschau

Die Gruppe veranstaltet eine Modenschau unter einem bestimmten, vorher festgelegten Thema. Im Anschluss daran erzählen die Frauen, was sie dabei erlebt und gefühlt haben.

Schlussrunde:

Austausch über folgende Fragen:

  • Was tue ich, wenn ich mich schlecht fühle?
  • Welchen Ausdruck findet Freude bei mir?
  • Ist Kleidung nur ein Spiegel meiner Seele?

Segen:

Gott umhülle dich
mit den Kleidern des Heils,
dass dich das Dunkel der Nacht nicht schreckt.
Gott wärme deinen Körper und deine Seele
mit dem Mantel der Gerechtigkeit,
dass du das Leben nicht fürchten musst.
Gott schenke dir sicheren Boden unter den Füßen,
dass du mutig deine Wege gehen kannst.
Gott weise dir die Klarheit des Sternenhimmels,
dass dir die Ziele deines Lebens deutlich vor Augen bleiben.
Gott segne und behüte dich.
Amen.

Liedvorschläge:

EM 76: Du meine Seele singe (In Vers 7 statt „ich eine welke Blum“: „ich ei- ne blühend Blum“)
EM 132: Frau in kalter Nacht
EM 575: Schenk uns Weisheit





Brigitte Gerse
Pforzheim
ehemalige
Distriktsbeauftragte des
Heidelberger Distrikts


Erika Becker-Simon
Pirmasens
Regionalbeauftragte
für die Region
Saar-Pfalz-Nordbaden

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